Schloss

Dezernat 3 - Bau und Technik

Neue Straße 31
72336 Balingen

Ansprechpartnerin
Nadine Wißmann
Tel.: 07433/170-288
nadine.wissmann@balingen.de

Öffnungszeiten

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Sanierungsgebiete

Bahnhofsareal - Stadteingang Nord

Die Preisträger des städtebaulichen Wettbewerbs "Bahnhofsareal – Stadteingang Nord" stehen fest: Am 31.März 2017 hat das Preisgericht unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Pesch intensiv über die 19 eingereichten Wettbewerbsbeiträge beraten. Der mit 28.000 € dotierte 1. Preis ging an HOLZWARTH Landschaftsarchitektur mit Yellow Z aus Berlin. Das Entwicklungsgebiet im nördlichen Kernstadtbereich stellt einen weiteren wichtigen Baustein nachhaltiger Stadtentwicklung dar.

Luftbild mit Abgrenzung Wettbewerbsgebiet
Das Wettbewerbsgebiet

Öffentliche Ausstellung in der Stadthalle und im Rathaus

Am 01. und 02. April 2017 waren alle 19 Entwürfe für interessierte Bürgerinnen und Bürger im Konferenztrakt der Stadthalle öffentlich ausgestellt. Eröffnet wurde die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten durch Baudezernent Michael Wagner und Matthias Schuster, der als einer von vier hochkarätigen Fachpreisrichtern im Preisgericht vertreten war.

Von Montag, 03. April bis Samstag, 08. April 2017 waren die besten Entwürfe im Rathaus-Foyer zu sehen.

Die prämierten Arbeiten im Überblick

Das Plangebiet

Das Wettbewerbsgebiet liegt am nördlichen Stadteingang und ist Teil des Sanierungsteilgebiets „Bahnhofstraße“. Es erstreckt sich vom Park-and-Ride-Parkplatz im Norden über den zentralen Busbahnhof und Bahnhofsvorplatz, der Bebauung westlich der Bahnhofstraße mitsamt der ausgedehnten Parkierungsfläche am ehemaligen Holzverladeplatz bis hin zum sog. Klöckner-Areal im Süden. Der städtebauliche Ideenwettbewerb soll Perspektiven für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung im Plangebiet liefern.

Derzeit ist der nördliche Eingang in die Balinger Innenstadt wenig einladend: Der Bereich rund um den Bahnhofsvorplatz besitzt keinerlei Aufenthaltsqualität. Wer mit Bus oder Bahn ankommt, trifft zunächst auf einen von unzureichender Gestaltung und mangelnder Funktionalität geprägten Stadtraum, bevor er in die bereits neugestaltete Bahnhofstraße gelangt. Die Bahnhofstraße selbst, welche eine der wichtigen Erschließungsachsen der Stadt Balingen darstellt und das im Bereich der Friedrichstraße begonnene Gestaltungskonzept des Stadtkerns nach Norden fortsetzt, wurde bereits mit einem früheren Sanierungsprogramm neugestaltet. Sie stellt derzeit den Auftakt in die Kernstadt dar.

Warum ein Wettbewerb?

Der Stadteingang Nord soll als solcher eine angemessene Aufwertung erfahren. Im Zentrum des Wettbewerbs stehen der im Realisierungsteil gelegene Abschnitt der Bahnhofstraße vom ehemaligen Baltrikgebäude bis zur Einmündung Mörikestraße sowie der Bahnhofsvorplatz.

Die Aufgabenstellung (64,6 KB) insgesamt ist sehr komplex: Neben der Neugestaltung der öffentlichen Verkehrsflächen, der Schaffung ausreichender öffentlicher Parkierungsanlagen sowie einer sinnvollen Erschließung der rückwärtigen Bereiche zwischen Bahnhofstraße und Gleisanlagen werden auch nachhaltige städtebauliche Lösungen für Privatgebäude und Quartiere gesucht.

So sind der in Privatbesitz befindliche denkmalgeschützte Bahnhof, die seit Langem leerstehende ehemalige Bahnhofsgaststätte, mehrere unsanierte Altbauten entlang der Bahnhofstraße sowie das zwischen Am Lindle und Kalkofen gelegene Klöckner-Areal Bestandteil der Wettbewerbsauslobung.

Zur barrierefreien fußläufigen Anbindung der westlich der Bahnlinie gelegenen Wohngebiete soll der unter Denkmalschutz stehende Fußgängersteg denkmalsensibel aufgewertet und mit einem Aufzug ausgestattet werden.

Der Bahnhofsvorplatz als Herzstück des Wettbewerbs

Die Neuordnung und Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der südlich daran angrenzenden Flächen rund um die ehemalige Bahnhofsgaststätte sind Herzstück des Wettbewerbs. Für den Platz werden konkrete Gestaltungsvorschläge erwartet, die kurz- bis mittelfristig realisiert werden sollen (sogenannter Realisierungsteil). Sowohl Bahnhof als auch Bahnhofsgaststätte befinden sich in Privatbesitz. Beide Eigentümer sind in das Wettbewerbsverfahren eingebunden.

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude wird durch denkmalgerechte Sanierungs- und Umbaumaßnahmen durch den Eigentümer sukzessive weiterentwickelt. Die Idee eines Mobilitätszentrums mit Car-Sharing, Fahrradwerkstatt und E-Bike-Verleih sowie Fahrkartenverkaufsbüro wird abgerundet durch ein Café mit Außenterrasse, kulturellen Angeboten in der Wartehalle und einer geplanten Hotelnutzung in den Obergeschossen. Durch die Neugestaltung des Vorplatz kann das Bahnhofsgebäude einen würdigen Auftakt und somit eine erhebliche Aufwertung erfahren.

Die bestehenden Asphaltflächen östlich des Bahnhofs und der Bahnhofsgaststätte sind derzeit voll auf den PKW-Verkehr ausgerichtet und entbehren jeder Aufenthaltsqualität. Ziel der Neukonzeption ist es, den künftigen Vorplatz weitestgehend frei von Verkehr zu halten und zu einem von Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen genutzten, attraktiven Stadtraum zu machen.

Die ehemalige Bahnhofsgaststätte

Die ehemalige Bahnhofsgaststätte steht nicht unter Denkmalschutz. Da eine sinnvolle Folgenutzung aufgrund der schlechten Bausubstanz nicht möglich ist, steht das Gebäude zur Disposition. Im Realisierungsteil des Wettbewerbs soll der Standort für eine mögliche Neubebauung vorgeschlagen werden, die  zusammen mit dem prägenden Bahnhofsgebäude den neuen Stadteingang bilden soll.

Durch die Bildung neuer städtischer Raumkanten besteht die Möglichkeit, die Freifläche räumlich zu fassen und somit einen Platzcharakter zu schaffen. Um den Planern eine größtmögliche entwurfliche Freiheit an die Hand zu geben, wird in der Auslobung die Möglichkeit eingeräumt, Teile der städtischen, westlich angrenzenden Flächen für diese Neubebauung hinzuziehen zu dürfen.

Die genaue Ausgestaltung des Gebäudes ist nicht Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe. Aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung erfordert der Entwurf eine angemessene Sensibilität, weshalb die Stadt Balingen eine Mehrfachbeauftragung oder ein anderes geeignetes Instrument zur architektonischen Qualitätssicherung verlangt.

Wie läuft ein Wettbewerb ab?

Wenn es darum geht, auf komplexe Fragestellungen gute planerische und gestalterische Antworten finden zu wollen, ist der Städtebauliche bzw. der Architekturwettbewerb das Mittel der Wahl. Er stellt die bestmögliche Qualitätssicherung hinsichtlich Funktionalität, Ökonomie, Ästhetik und Nachhaltigkeit dar und genießt aufgrund seiner fairen Wettbewerbsbedingungen und dem hohen Maß an Transparenz große Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

Der Wettbewerb  „Bahnhofsareal – Stadteingang Nord“ wurde als nichtoffener städtebaulicher Ideenwettbewerb mit Realisierungsteil nach den
Richtlinien für Planungswettbewerben durchgeführt.
Das bedeutet, dass eine beschränkte Zahl an Planern eine detailliert gestellte Aufgabe innerhalb einer festgesetzten Frist bearbeitet. In der Auslobung (64,6 KB)   werden sowohl formal-rechtliche wie auch inhaltliche Aspekte der Wettbewerbsaufgabe detailliert dargestellt.

Die inhaltlichen Vorgaben der Auslobung wurden zunächst zwischen der Stadt Balingen als Ausloberin und dem Wettbewerbsbetreuer Herr Gerd Grohe von Kohler Grohe Architekten aus Stuttgart vorbesprochen. Es fanden außerdem Abstimmungsgespräche mit den beiden vom Realisierungsteil betroffenen Eigentümern statt. Der Großteil der Entwurfsaufgabe besteht im Aufzeigen von mittel- bis langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten im Plangebiet. Darin eingebettet liegt der tatsächlich zur baulichen Umsetzung gedachte Realisierungsteil.

Dem eigentlichen Wettbewerbsverfahren vorgeschaltet war die Preisrichtervorbesprechung: Am 6. Oktober 2016 wurde vom gesamten Preisgericht, welches mit hochkarätigen Fachleuten (Stadtplaner, Architekten und Landschaftsarchitekten), Vertretern der Verwaltung (darunter Oberbürgermeister und Baudezernent) sowie einem Vertreter jeder Gemeinderatsfraktion besetzt ist, die Auslobung Satz für Satz geprüft, diskutiert und schließlich im Konsens verabschiedet.

Am 08. November 2016 war der Bewerbungsschluss für das europaweit ausgeschriebene Verfahren. Die Teilnehmer mussten sich über festgelegte Eignungskriterien für die Teilnahme qualifizieren, dazu gehören Nachweise bisher realisierter, ähnlich gelagerter Planungsaufgaben wie auch Auszeichnungen und Wettbewerbserfolge. Insgesamt haben sich 23 Büros, zum Teil auch aus dem europäischen Ausland, beworben. 22 davon haben das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen. Da die Anzahl der Teilnehmer auf 20 begrenzt war, entschied am 15. November 2016 das Los.  Zusätzlich zu den so ermittelten Teilnehmern sind 6 weitere hoch qualifizierte Planungsbüros durch die Ausloberin Stadt Balingen direkt gesetzt, so dass insgesamt 26 Teilnehmer an der Ausarbeitung der Entwürfe beteiligt waren. Die Auslobung wurde am 18. November 2016 an die Teilnehmer verschickt.

Nach einer rund dreimonatigen Bearbeitungszeit wurden 19 Arbeiten in Plan und Modell fristgerecht eingereicht. In der anschließenden Vorprüfung der Arbeiten, die durch das Büro Kohler Grohe Architekten in hoher Professionalität für die Stadt Balingen durchgeführt wurde, wurde sorgfältig abgeprüft, ob die Entwürfe den formalen und inhaltlichen Anforderungen der Auslobung entsprechen.

Am Freitag, 31. März 2017 hat das Preisgericht getagt. Die Entwürfe wurden im Gremium eingehend begutachtet und bewertet, bis sich schließlich eine Rangfolge aus Preisträgern und Anerkennungen formierte. Das Preisgericht empfiehlt dem Gemeinderat der Stadt Balingen einstimmig, den mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf von HOLZWARTH Landschaftsarchitektur in Arbeitsgemeinschaft mit Yellow Z aus Berlin (3,413 MB) mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen.

Weitere Schritte

Die Entwürfe werden zunächst durch das Stadtplanungsamt dem Gemeinderat präsentiert und erläutert. Nach der Auftragsvergabe an einen der Preisträger wird parallel zur Weiterentwicklung des Entwurfs auch das Bebauungsplanverfahren vorangetrieben, das mit Aufstellungsbeschluss vom 29.01.2013 bereits vor einigen Jahren eingeleitet wurde. So können die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Verkehrsneuordnung und die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes geschaffen werden.

Kontinuierliche Stadtentwicklung in Balingen

Mit großem Erfolg betreibt die Stadt Balingen seit über 30 Jahren die städtebauliche Erneuerung des Stadtkerns.

Als Startschuss einer nachhaltigen und zukunftsweisenden Stadtentwicklung gilt der in den 1980er Jahre durchgeführte Städtebauliche Ideenwettbewerb, der im Zusammenwirken von Verkehrskonzept und Einzelhandelskonzeption die heutige Fußgängerzone mit Marktplatz erst möglich machte. In den Folgejahren wurden u.a das Gebiet „Klein Venedig“ zum attraktiven Wohnquartier weiterentwickelt, das unter dem Stichwort „Integrierte Stadtquartiersentwicklung am Wasser“ bundesweite Beachtung fand.

Doch Stadtplanung ist ein niemals abgeschlossener Prozess: Derzeit sind die an das Stadtzentrum anknüpfenden Bereiche „Vor dem Mühltor“, „Hinterer Kirchplatz“ und eben auch das „Bahnhofsareal – Stadteingang Nord“ im Fokus der Stadtplaner.

Die Ausrichtung der Gartenschau im Jahr 2023 sowie das in den kommenden Jahren zu erarbeitende Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) bringen weitere Handlungsfelder mit sich und sorgen so für eine auf Zukunftsfähigkeit ausgerichtete Stadtentwicklung, die Balingen als attraktiven Standort für gesundes Wohnen und Arbeiten erhalten und dauerhaft weiterentwickeln wird.

Weitere Infos

Auslobung (64,6 KB)

Protokoll Preisgerichtssitzung
(1,403 MB)

Weitere Entwürfe
(15,255 MB)

 
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